Kaaren Beckhof wuchs in Bad Salzuflen auf. Als Erzieherin kam sie 1987 nach Berlin, gründete eine Theatergruppe und studierte Theater- und Religionswissenschaft. Erste experimentelle Performances entstanden. Mit einem Stipendium für eine Forschungsarbeit über die Wooster Group in NYC kam sie in die USA. Dort studierte sie bei Paul Kos am San Francisco Art Institute und graduierte mit dem M. A. in Interdisziplinärer Kunst, Culminating Project Award an der San Francisco State University. Sie inszenierte und kuratierte am Artists’ Television Access und lehrte am X’pression College for Digital Arts. Seid ihrer Rückkehr nach Berlin zeigt sie Ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen und kooperiert mit internationalen Künstler*innen und Institutionen der Darstellenden und Bildenden Kunst. 2006 begann sie in Südindien mit der künstlerischen Erforschung von Kolams. Diese temporären Streuzeichnungen entwickelt sie als erste westliche Künstlerin konzeptuell weiter. Dafür erhielt sie Förderungen des Berliner Senats für Stadtentwicklung, Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis e. V., DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst und dem Euregioprojekt GrensWerte. 2014 wurde ihr der Kunstpreis des Kunstverein Wagrien e. V. beim Heiligenhafener Installationsparcour verliehen. Werke sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Kaaren Beckhof ist langjährig im Bereich Bildung für die Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der Berlinischen Galerie tätig. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Gehen, fahren, hängen, atmen, husten, schreien – ihren Ausgang nehmen Kaaren Beckhofs Arbeiten in alltäglichen Handlungs- und Bewegungsmodi. Durch Innenschau vertieft sowie transdisziplinär untersucht, bringen ihre Interventionen und Performances sie verwandelt zur Anschauung. Die Medien Video, Fotografie und Zeichnung, der öffentliche Raum, sowie partizipative Strategien spielen für die Künstlerin seit jeher eine wichtige Rolle. Ihre frühen Theaterarbeiten waren von Ideen zu einem „nicht-repräsentativen“ Theater wie bei Boal und Artaud beeinflusst. So war Sie beispielsweise zum offiziellen Programm der Einweihungsfahrt des EC Comenius von Berlin nach Prag als Diogenes eingeladen. In letzter Zeit gilt ihr besonderes Interesse dem performativen, dem zeit- und raumbezogenen Zeichnen. An ausgewählten Orten entwickelt sie situativ labyrintisch-ornamentale Streuzeichnungen. Deren Grundmuster besteht aus einem Punktegitter, das sie meditativ mit einer unendlichen Linie umfährt, einem Ariadnefaden. Während stundenlanger Streuungen, bei denen sie wiegend in der Vorbeuge verweilt, konvergieren Bewegung und Stillstand, Zeit und Raum. Sie verschmilzt mit ihrer Umgebung zu einem Raumbild, einer Skulptur in beweglichen Systemen. Die Streuzeichnung bleibt vorrübergehend Spur dieses Prozesses. Zu dieser Arbeit inspirieren sie südindische Kolams, das sind traditionell vor den Häusern gestreute Ornamente, die täglich erneuert werden.

>> CV_KaarenBeckhof_2016

 

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